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17. März 2026 · 3 Min. · Moritz Lembert

Die Sichtweise, die du bist...

Ich als Mensch habe eine Sichtweise. Ich habe eine Sichtweise auf Dinge, ich habe eine Sichtweise auf Situationen, Umstände und andere Menschen. Meine Sichtweise ist einzigartig. Aber deine auch.

Dennoch haben die meisten von uns keine Sichtweisen, wir sind Sichtweisen...

Stell dir eine Kugel vor, die aus Milliarden von Kugeln besteht. Jede Kugel ist einzigartig, aber zusammen bilden sie eine grosse Kugel.

Nun können diese Kugeln in Harmonie miteinander sein, und sie können in Opposition zueinander sein. Doch am Ende sind sie alle Teil einer grossen Kugel.

Stell dir nun vor, wie es möglich wäre, dass jede Kugel eine Sicht auf das Ganze hätte.

Würde es irgendeinen Sinn ergeben, dass die Kugel weiterhin in Opposition zu irgendeiner anderen Kugel bleibt?

Würden sie miteinander darüber kämpfen, welche recht hat?

Wahrscheinlich nicht.

Aber genau das tun wir, wenn wir glauben, die Sichtweise zu sein, die wir haben.

Dann wird meine Vorstellung von der Welt zur richtigen und ich zu ihrem Verteidiger.

Die Menschen sollten auf eine bestimmte Weise sein, und die Dinge sollten auf eine bestimmte Weise laufen, und die Welt sollte auf eine bestimmte Weise sein.

Das Problem mit unseren Sichtweisen ist nicht, dass wir sie haben, sondern dass wir uns selbst und unsere Sichtweisen für ein und dasselbe halten. Wir sind zum grössten Teil unsere Sichtweisen.

Und womit auch immer sich unser Verstand identifiziert, dafür wird um sein Überleben gekämpft.

Schau dir die Welt an. Wenn wir denken, wir sind unsere Besitztümer, haben wir ständig Angst, sie zu verlieren. Wenn wir denken, wir sind das, was wir tun, sind wir an unseren Beruf gebunden. Wenn ich denke, ich bin intelligent, muss ich mein Intelligentsein schützen und werde auf jede Bedrohung meines Herr-Schlau-Seins reagieren. Wenn ich meine Sichtweise bin, werde ich sie gegen jede andere Sichtweise verteidigen.

Viel von unserer Zeit verbringen wir damit, zu versuchen, unsere Sichtweisen und die der anderen zu managen, zu versuchen, sie alle in unsere Sichtweise einzupassen oder sie rauszuwerfen und für falsch zu erklären.

Aber ich möchte eine Möglichkeit schaffen, die völlig ausserhalb des Managens, Schützens und gegenseitigen Angreifens von Sichtweisen liegt.

Ich erschaffe, dass es die Möglichkeit gibt, dass jede Kugel sich bewusst werden kann, eine grosse Kugel zu sein. Dass wir fähig sind, unseren gemeinsamen Grund zu erkennen, in dem alle Sichtweisen existieren können. Und von diesem Punkt aus wird es möglich, unterschiedliche Sichtweisen zu haben, aber nicht die Sichtweisen zu sein, die du hast. Dann kann ich eine andere Sichtweise haben als du und wir sind gross genug, dass beide existieren können.

Dann können wir von den Sichtweisen der anderen lernen, wir können mit unseren Sichtweisen spielen und wir können neugierig auf Sichtweisen als etwas sein, das man haben kann. Und wenn wir sie haben, können wir wählen, sie loszulassen und eine andere zu erschaffen.

Was ist die Sichtweise, die du bist?

Bist du bereit, sie zu haben?

Herzlich,

Moritz

BEING-INSTITUTE - The Art of Being Human

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